{"id":49,"date":"2017-02-20T21:48:02","date_gmt":"2017-02-20T21:48:02","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.daniela-engist.de\/?p=49"},"modified":"2022-02-18T23:09:56","modified_gmt":"2022-02-18T22:09:56","slug":"drei-nuesse-fuer-schreibbroedel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.daniela-engist.de\/blog\/drei-nuesse-fuer-schreibbroedel\/","title":{"rendered":"Drei N\u00fcsse f\u00fcr Schreibbr\u00f6del"},"content":{"rendered":"<p>Erst dachte ich, ich f\u00e4nde\u00a0keinen Verlag, und dann\u00a0dieses Schlamassel&#8230;<\/p>\n<p>Neben\u00a0dem gemeinhin als aussichtslos gebrandmarkten Weg des <a href=\"https:\/\/www.daniela-engist.de\/blog\/manuskript-auf-reisen\/\">Unaufgeforderteingesandtenmanuskripts<\/a>, gibt es noch eine zweite Sache, von der einer\u00a0kommenden Romandeb\u00fctantin mit \u00e4u\u00dferster Vehemenz abgeraten\u00a0wird: auf der Buchmesse mit einem Manuskript in der Tasche Verlage bel\u00e4stigen.<\/p>\n<p>Also bin ich damals ohne nach Frankfurt\u00a0gefahren, ich\u00a0hatte ohnehin erst 70 Seiten. Und ich unterhielt\u00a0mich nur mit einem einzigen Verleger, den ich mir vorher ausgeguckt hatte, weil es in dessen Programm ein Buch gab, \u00fcber das sich geschickt zu meinem Thema \u00fcberleiten lie\u00df. Der wollte nat\u00fcrlich gleich mein Manuskript sehen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: right;\">Und da war sie, die erste Nuss, die das unscheinbare Schreibbr\u00f6del in eine echte Schriftstellerin verwandeln sollte!<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Leider war das Gewand, das dieser ersten Nuss entsprang, nur unvollst\u00e4ndig und verlangte nach einer finanziellen Eigenbeteiligung. Kam f\u00fcr mich nicht in Frage. Da wollte ich lieber weiter vor mich hin br\u00f6deln. Trotzdem denke ich mit W\u00e4rme und einer gewissen Verbundenheit\u00a0an diesen ersten Verlagsmenschen, der an mich glaubte, und den man sich keinesfalls als Heiratsschwindler\u00a0f\u00fcr verzweifelte, altledige Autorinnen vorstellen darf.<\/p>\n<p>Die zweite Nuss fiel mir dann\u00a0Monate sp\u00e4ter\u00a0in Form einer E-Mail aus der Schweiz vor die Nase. Eine Frucht, die tats\u00e4chlich aus der Saat\u00a0der\u00a0etwa drei Duzend unaufgefordert eingesandten Manuskripte hervorgegangen war, und in der ein rot-wei\u00dfes Ballkleid steckte \u2013 mit endlos langer Schleppe, die zur\u00fcck bis Gutenberg und der ersten Druckerpresse in Basel reichte. Damit tanzte ich durch\u00a0Fr\u00fchjahr und Sommer und stand bereits am Altar, um die gl\u00fcckliche Deutsch-Schweizer Verbindung endlich zu besiegeln, als es hinter mir rief: &#8222;Haltet ein!&#8220; und mir eine unsichtbare Gestalt\u00a0ein drittes N\u00fcsslein in die Hand dr\u00fcckte.<\/p>\n<p>Das dritte N\u00fcsslein sprang auf und ein schlichtes Brautkleid von hoher Qualit\u00e4t kam zum Vorschein, das mir\u00a0keine Wahl lie\u00df, einzig eine gewisse Gewissensqual&#8230; Der \u00dcberbringer des sp\u00e4ten N\u00fcssleins entschuldigte sich damit, dass er den ganzen Vorgang &#8222;verlegt habe&#8220;. Nomen est omen. Schw\u00e4bische Traumhochzeit. Vorhang.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erst dachte ich, ich f\u00e4nde\u00a0keinen Verlag, und dann\u00a0dieses Schlamassel&#8230; Neben\u00a0dem gemeinhin als aussichtslos gebrandmarkten Weg des Unaufgeforderteingesandtenmanuskripts, gibt es noch eine zweite Sache, von der einer\u00a0kommenden Romandeb\u00fctantin mit \u00e4u\u00dferster Vehemenz abgeraten\u00a0wird: auf der Buchmesse mit einem Manuskript in der Tasche Verlage bel\u00e4stigen. Also bin ich damals ohne nach Frankfurt\u00a0gefahren, ich\u00a0hatte ohnehin erst 70 Seiten. 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