{"id":428,"date":"2021-03-26T18:24:05","date_gmt":"2021-03-26T17:24:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.daniela-engist.de\/blog\/?p=428"},"modified":"2021-04-06T17:51:31","modified_gmt":"2021-04-06T15:51:31","slug":"um-was-es-geht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.daniela-engist.de\/blog\/um-was-es-geht\/","title":{"rendered":"Um was es geht"},"content":{"rendered":"\n<p>Sollte eigentlich ganz einfach zu beantworten sein die Frage, schlie\u00dflich habe ich das Buch ja geschrieben. Um was geht&#8217;s denn in Ihrem Roman?  Ahem. Also. Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>Hilflos drehe ich das Buch auf den R\u00fccken und betrachte den Text auf der U4 (so nennt man das, Umschlagseite 4, auch wenn&#8217;s keinen Umschlag gibt aus Umweltschutzgr\u00fcnden). Es geht um Anne und St\u00e9phane. Ja schon. Aber nicht nur.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie soll ich etwas in ein paar S\u00e4tzen zusammenfassen, wof\u00fcr ich vorher 200 Seiten gebraucht habe? Also einfach mal loslabern.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht um eine emotionale Ausnahmesituation. Anne und St\u00e9phane rauschen unerwartet und ungebremst ineinander. Sie schreibt seit kurzem Romane, er singt schon lange Chansons. Erst reden sie, dann mailen sie sich \u00fcber Kunst und Kreativit\u00e4t, und das ist alles so unerh\u00f6rt aufregend, und dann kommt auch noch diese unfassbare k\u00f6rperliche Anziehung dazu, die durch das in der Phantasie umeinander Herumgehen nur immer st\u00e4rker wird. Und pl\u00f6tzlich steht die Frage im Raum: Soll ich oder soll ich nicht? Er tr\u00e4gt ihr eine heimliche Aff\u00e4re an.<\/p>\n\n\n\n<p>Und es geht um das, was dieser Antrag heraufbeschw\u00f6rt. Es geht&#8217;s ums Erinnern. Das hat mich pers\u00f6nlich interessiert: wie und warum wir uns erinnern. Erst kommen sie einfach nur, Annes zwanzig Jahre alte Erinnerungen an vergangene Beziehungen, Fast-Beziehungen, Nicht-Beziehungen, scheinbar wahllos und unverbunden, aber bald wird klar, dass alles, was da aufgewirbelt wird, etwas mit St\u00e9phane und der Kunst, f\u00fcr die er steht, und mit der anstehenden Entscheidung zu tun hat. Die Erinnerungen tragen neue Farben oder werden absichtlich blass gehalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Da gibt es die Hirn-Erinnerungen, die meine Ich-Erz\u00e4hlerin warnen: Liebe auf den ersten Blick? Das gibt&#8217;s doch gar nicht, mach dich doch nicht l\u00e4cherlich. Und verletzlich. Und es gibt Herz-Erinnerungen, die sagen: Was w\u00e4re, wenn doch? Wenn es das nicht gibt, warum f\u00fchlt es sich dann auf einmal so an? Nicht umsonst tr\u00e4gt der letzte der kurzen poetischen Texte am Ende des Buchs den Titel &#8222;Hirnherz&#8220; \u2026 <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Ich bin eine ganz eigene Spezies. Ich bin eine Kopff\u00fchlerin, eine Herzdenkerin. Ich bin von allem etwas und doch ganz verkehrt.&#8220;<\/p><cite>Lichte Horizonte, S. 200.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Und auf einmal merke ich als Schriftstellerin, dass das ganz \u00e4hnlich ist mit dem Verlieben und dem Schreiben. Wie weit kann man die Kontrolle behalten und wann muss man bereit sein, sich fallen zu lassen, sich dem Prozess einfach auszuliefern, damit etwas werden, etwas entstehen kann, was mehr als nur ganz in Ordnung ist?<\/p>\n\n\n\n<p>(Was ich Dana Grigorcea und Perikles Monioudis erz\u00e4hlt habe, <a href=\"https:\/\/www.neue-telegramme.ch\/10313713\/etwas-wirklich-leben\">um was es geht \u2026<\/a> )<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sollte eigentlich ganz einfach zu beantworten sein die Frage, schlie\u00dflich habe ich das Buch ja geschrieben. Um was geht&#8217;s denn in Ihrem Roman? Ahem. Also. Ja. Hilflos drehe ich das Buch auf den R\u00fccken und betrachte den Text auf der U4 (so nennt man das, Umschlagseite 4, auch wenn&#8217;s keinen Umschlag gibt aus Umweltschutzgr\u00fcnden). 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