{"id":356,"date":"2020-11-09T17:42:16","date_gmt":"2020-11-09T16:42:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.daniela-engist.de\/blog\/?p=356"},"modified":"2020-11-11T23:01:57","modified_gmt":"2020-11-11T22:01:57","slug":"frauenliteratur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.daniela-engist.de\/blog\/frauenliteratur\/","title":{"rendered":"Frauen? Literatur"},"content":{"rendered":"\n<p>Mein erster Roman war keinen Frauenliteratur. <\/p>\n\n\n\n<p>Woher ich das wei\u00df? Mein Held war ein Mann, die Geschichte spielte in einem Gro\u00dfkonzern und das Thema war die moderne Bullshit-Arbeitswelt. Ironie gab&#8217;s auch und Lakonie. Gef\u00fchle waren Mangelware, abgesehen von Neid und Scham und Wut und Gr\u00f6\u00dfenwahn (ist kein Gef\u00fchl, ok) &#8211; das m\u00e4nnliche Zeug halt. Dass es von einer Frau geschrieben wurde, hat man fast nicht gemerkt. Nur an einer Stelle, so sagte mir ein Schriftstellerkollege: da versteckt sich Harald auf dem Klo vor seinem Chef, der drau\u00dfen steht und pinkelt, und Harald stellt sich vor, wie das aussieht. Leider hatte die Autorin dabei durch eine erkl\u00e4rliche, aber nicht statthafte Wahrnehmungsverengung ihren kleinen Sohn vor Augen, der im Wald steht. So pinkeln M\u00e4nner nicht, sagte der Kollege, mit runtergelassener Hose.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Liebes-Dings &#8211; sie kriegen sich, sie kriegen sich nicht &#8211; kam in meinem Roman nur in Spurenelementen vor. Die waren so winzig, dass sich besagter Kollege auch noch zu der Bemerkung hinrei\u00dfen lie\u00df, da w\u00e4re doch noch mehr gegangen, ich h\u00e4tte wohl nicht genug geliebt in meinem Leben \u2026 Aha.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein erster Roman wurde mit Romanen von M\u00e4nnern verglichen, Reinald Goetz, Ernst-Wilhelm H\u00e4ndler, Martin Suter.<\/p>\n\n\n\n<p>So weit mir bekannt ist, haben Frauen und M\u00e4nner das Buch gelesen. Ich kenne sogar ein paar davon. Und an den B\u00fcchertischen standen auch M\u00e4nnlein und Weiblein eintr\u00e4chtig hintereinander in der Schlange.<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt?<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt kommt das zweite Buch. Diese Woche war Vertreterkonferenz beim Verlag. Von einer Frau geschrieben? Ja. Handelt von einer Frau? Ja. Kommt Liebe drin vor? Ja. W\u00fcrden Frauen das lesen? Klar. Und M\u00e4nner? Hm. Warum nicht? Hm. Und dann f\u00e4llt es, das b\u00f6se Wort von der &#8222;Frauenliteratur&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Gar nicht b\u00f6se, ist doch super, argumentiert der Vertrieb. Spezifische Zielgruppe, Frauen, die gr\u00f6\u00dfte Leserschaft \u00fcberhaupt! Liebe Mitfrauen, einmal mitfreuen, <em>this one goes out to you<\/em> \u2026 Keine Angst, es ist &#8222;intelligente&#8220; Frauenliteratur. Muss man das dazusagen? Was sagt denn das \u00fcber die Schriftstellerinnen und die Leserinnen aus?<\/p>\n\n\n\n<p>Wie nennt man eigentlich B\u00fccher, die von Frauen und Liebe handeln und von M\u00e4nnern geschrieben werden?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein erster Roman war keinen Frauenliteratur. Woher ich das wei\u00df? Mein Held war ein Mann, die Geschichte spielte in einem Gro\u00dfkonzern und das Thema war die moderne Bullshit-Arbeitswelt. Ironie gab&#8217;s auch und Lakonie. Gef\u00fchle waren Mangelware, abgesehen von Neid und Scham und Wut und Gr\u00f6\u00dfenwahn (ist kein Gef\u00fchl, ok) &#8211; das m\u00e4nnliche Zeug halt. Dass &hellip; <a href=\"https:\/\/www.daniela-engist.de\/blog\/frauenliteratur\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Frauen? 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